Nachhaltige Anlagestrategien auf dem Vormarsch

SRI Studie von EUROSIF beleuchtet das rasante Wachstum von nachhaltigen Anlagestrategien

Der nachhaltige Anlagemarkt in Europa ist deutlich auf dem Vormarsch. Dies schlägt sich auch eindeutig in den Zahlen nieder. Der europäische Dachverband für Nachhaltige Geldanlagen EUROSIF (European Forum for Sustainable Investment) veröffentlichte im Oktober 2014 bereits seine sechste Studie zu diesem Thema. Die Studie zu SRI (Sustainable and Responsible Investment, dt. Nachhaltige und verantwortungsbewusste Investitionen) beschäftigt sich, wie der Name schon andeutet, mit dem steigenden Umfang und Wachstum von Trends und alternativen Investments, deren Fokus auf Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein liegt. Dabei stehen in der aktuellen SRI Studie besonders die Anwendung von Ausschlusskriterien, sowie die Berücksichtigung von Kriterien zu Nachhaltigkeit und Ethik als neuer Faktor bei Investmententscheidungen im Zentrum. Gegenstand sind Trends und Anlagestrategien sowohl des europäischen Gesamtmarkts als auch von dreizehn einzelnen europäischen Ländern.

Impact Investing entwickelt sich zu einer der am schnellsten wachsenden Anlagestrategie bei Assets

Team work, business conceptIm Vergleich zum Jahr 2011 können ethische Investitionen, sog. Impact Investments, eine stattliche Wachstumszahl aufweisen. Mit einem Plus von 132% hat sich diese Anlagestrategie laut der SRI Studie 2014, zu einer der am schnellsten Wachsenden in Europa in entwickelt. Daraus lässt sich ablesen, dass nicht nur das Interesse von privaten Anlegern an ethischen und nachhaltigen Geldanlagen steigt. Laut der SRI Studie 2014 werden diese Kriterien auch immer mehr auf professionell verwaltete Assets in ganz Europa angewendet. Hier wurde augenscheinlich der Trend zu sozialem Engagement und der Ausübung des persönlichen Stimmrechts erkannt. Die Berücksichtigung von nichtfinanziellen Kriterien bei der Auswahl von Geldanlagen nimmt offensichtlich einen festen Platz neben den bisherigen Merkmalen einer Geldanlage ein. Zusätzlich zu Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit beeinflussen die ethischen Werte der Anleger in zunehmendem Maße die Entscheidung für oder gegen eine Investition. Daher ist die Integration von nachhaltigen Anlagestrategien allgemein sehr erfolgsversprechend und für die zukünftige Gestaltung von erfolgreichen Assets unumgänglich.

Anlagestrategien am europäischen Markt setzen verstärkt auf Ausschlüsse

Besonders die sogenannten Ausschlusskriterien finden immer häufiger Anwendung bei Assets. Mit einem Wachstum von 91% zwischen 2011 und 2013, decken sie inzwischen etwa 41% von Europas professionell verwalteten Assets ab und werden häufiger als andere nachhaltige Anlagestrategien im Bereich SRI angewendet. Am weitesten verbreitet ist dabei der freiwillige Ausschluss von beispielsweise Streumunition und Antipersonenminen, die im Zuge von internationalen Konventionen bereits in 161 Staaten verboten sind. Durch Anwendung der Ausschlusskriterien wird einer weitergehenden Investition in Unternehmen oder Staaten vorgebeugt, die sich nicht an diese Konventionen halten. Dabei bildet sich ein deutlicher Wandel ab. Für Anleger wird es immer wichtiger, worin ihr Geld bzw. worin es nicht investiert wird. Da sich diese Ausschlusskriterien als durchaus erfolgsversprechend für die Assets erweisen, kommen sie immer häufiger zum Einsatz und ermöglichen so eine verantwortungsbewusste und sozialverträgliche Investition. Dadurch sind sie, mit einem Anteil von ca. 30% am europäischen Investmentmarkt, nicht länger eine Ausnahmeerscheinung, sondern entwickeln sich zügig zur Norm am Anlagemarkt.

SRI Studie bestätigt starkes Wachstum von Assets mit integrierten ESG-Kriterien

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Der Sinneswandel von Investoren hin zum Bereich nachhaltige Geldanlagen macht sich auch deutlich in den Zahlen der SRI Studie bemerkbar. Das Bewusstsein für eine globale Verantwortung gegenüber den Bereichen Umwelt, Sozialem und einer ausgeglichenen Unternehmensführung schlägt sich zunehmend als erfolgsversprechender Faktor bei Investmententscheidungen nieder, zugunsten von alternativen Investments. Und damit natürlich auch in den angewandten Anlagestrategien. Bei allen Formen der Integration von ESG-Kriterien lässt sich zusammengenommen ein Wachstum von 65% feststellen. Die Erweiterung der bisherigen Faktoren, die zu einer Entscheidung der Anleger führen, kommt bei etwa 40% der Assets zum Tragen. Neben hoher Rendite, hoher Sicherheit und einer hohen Verfügbarkeit des angelegten Geldes gewinnen nicht-finanzielle Faktoren zunehmend an Bedeutung. Der Wachstum im zweistelligen Bereich von SRI Strategien spricht für sich und beeinflusst europaweit das Vorgehen bei der Verwaltung von Assets. Besonders skandinavische Länder wie Schweden und Norwegen sowie das Vereinigte Königreich und die Niederlande spielen hierbei eine bedeutende Vorreiterrolle. Doch auch in deutschen Märkten lässt sich ein deutliches Wachstum von 48% im Bereich dieses vierten Faktors verzeichnen.

Quellen:
http://www.eurosif.org/wp-content/uploads/2014/09/Pressemitteilung_Eurosif_SRI_Study_2014.pdf
http://www.eurosif.org/wp-content/uploads/2014/09/Eurosif-SRI-Study-20142.pdf